Die evangelische Stadtkirche in Tann – ein Wahrzeichen im Ulstertal
Reich an historischen Relikten lädt diese Kirche zum Verweilen ein. Die kreuzförmige, dreischiffige Anlage beeindruckt mit ihren Emporen und einem imposant gestalteten Altarraum: der geschnitzten Kanzel mit Jesus und den Evangelisten, dem über dem Altar hängenden Kreuz aus einer Tanner Werkstatt und den Glasfenstern mit Abbildungen zweier Apostel, Martin Luthers und Eberhards von der Tann. Diese Kirche als kunsthistorisches Bauwerk, als Gottesdienst- oder Konzertraum zu erleben, ist immer wieder ein Genuss.

Im Jahre 1971 erhielt die Kirche endlich eine dem Raum angemessene Orgel, ein dreimanualiges Werk aus der Werkstatt des Rotenburger Orgelbauers Noeske, das von den Ostheimer Orgelbauern Hoffmann zur Jahrtausendwende vollendet wurde. Mit ihrer vorzüglichen Akustik und ihren 1200 Sitzplätzen dient die Kirche nicht nur als Gottesdienstraum für die ev. Gemeinde, sondern wird auch als einer der besten Konzerträume des Fuldaer Landes genutzt.
Im Stadtbild von Tann ragt die Stadtkirche heraus. Die Geschichte Tanns ist bis heute geprägt durch Eberhard von der Tann, einem Freund Martin Luthers, der im Jahr 1534 den ersten evangelischen Pfarrer nach Tann berief und 1564 eine neue Stadtkirche erbauen ließ. 1879 fiel diese kleine barocke Kirche dem großen Stadtbrand zum Opfer. An gleicher Stelle wurde in den Jahren 1886-89 die heutige Stadtkirche in damals modernem neugotischen Stil nach den Plänen des Landbaumeisters Carl Weise aus Eisenach errichtet. Inzwischen zweimal restauriert, zeigt sie sich dem Besucher im Innern in ihrer annähernd ursprünglichen Gestalt.
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